
Welche Informationen brauche ich für meine neue Website wirklich?
Der häufigste Grund, warum eine Website nicht nach vier Wochen online geht, ist kein technisches Problem. Es ist ein leerer Ordner. Keine Texte, das Logo nur als verpixeltes Bild aus einer alten Visitenkarte, und niemand weiß, wer eigentlich die Domain bezahlt. Die Informationen für eine neue Website sind fast immer vorhanden, sie liegen nur nicht an einem Ort.
Ich baue Websites für Handwerksbetriebe, Gastronomie und kleine Dienstleister in Leipzig, und in fast jedem Erstgespräch kommt dieselbe Frage: Was brauchen Sie eigentlich von mir? Die ehrliche Antwort fällt kürzer aus, als die meisten befürchten. Es sind fünf überschaubare Pakete, und drei davon liegen in Ihrem Betrieb ohnehin schon vor, nur eben verstreut auf Ordner, Handy und Steuerberaterpost. Dieser Ratgeber zeigt, was davon wirklich gebraucht wird, in welcher Reihenfolge Sie es zusammentragen und was passiert, wenn ein Paket fehlt.

Kurzantwort: Diese fünf Pakete braucht Ihr Webdesigner
Für ein Website-Projekt brauche ich von Ihnen fünf Dinge: Ihre rechtlich verbindlichen Unternehmensdaten, die inhaltlichen Fakten zu Ihren Leistungen, Bild- und Markenmaterial, die Zugänge zu Domain und Google-Profil sowie eine klare Vorstellung davon, was die Website erreichen soll.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Fakten und fertigen Texten. Druckreife Seitentexte müssen Sie nicht liefern, die sind im Leistungsumfang enthalten. Fakten dagegen kann niemand von außen erfinden: Ihre Preise, Ihre Abläufe, Ihre Öffnungszeiten, Ihre Kammernummer. Genau an dieser Stelle entsteht in der Praxis die meiste Verzögerung.
Der Zeitaufwand auf Ihrer Seite bleibt überschaubar. Aus meiner Beratungspraxis liegt er bei etwa 3 bis 5 Stunden für einen One-Pager und bei 8 bis 12 Stunden für eine mehrseitige Website, sinnvoll verteilt auf zwei bis drei Wochen. Wer diese Stunden vorab investiert, sieht die erste Vorschau in der Regel nach 7 Tagen.
Paket 1: Unternehmensdaten und rechtliche Pflichtangaben
Dieses Paket ist das kleinste und gleichzeitig das unverhandelbarste. Ohne vollständiges Impressum geht keine geschäftlich genutzte Website in Deutschland online, und geschätzt wird hier nichts.
§ 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG), das seit Mai 2024 das frühere Telemediengesetz abgelöst hat, verlangt unter anderem Name und Anschrift der Niederlassung, eine E-Mail-Adresse plus schnelle Kontaktmöglichkeit, bei eingetragenen Unternehmen Register und Registernummer sowie die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, sofern vorhanden. Bei reglementierten Berufen kommen Kammer, Berufsbezeichnung und zuständige Aufsichtsbehörde dazu.
Konkret heißt das für Sie: Gewerbeanmeldung oder Handelsregisterauszug heraussuchen, die USt-IdNr. aus dem Steuerbescheid notieren und festlegen, welche Telefonnummer und welche E-Mail-Adresse öffentlich sichtbar sein sollen. Achten Sie dabei auf exakt dieselbe Schreibweise wie in Ihrem Google-Unternehmensprofil, inklusive Rechtsform und Straßenabkürzung. Google verlangt ausdrücklich, dass Sie Ihr Unternehmen so angeben, wie Sie es auch auf Schildern und Briefpapier tun. Abweichungen zwischen Website, Profil und Branchenverzeichnissen sind eine der klassischen Bremsen für lokale Sichtbarkeit in Leipzig.
Paket 2: Inhalte, die nur aus Ihrem Betrieb kommen können
Hier liegt der eigentliche Kern. Eine Website ohne betriebsspezifische Fakten ist austauschbar, und austauschbare Seiten erzeugen Anfragen, die nur noch über den Preis entschieden werden.
Bringen Sie zu jeder Leistung, die auf die Website soll, drei bis fünf Stichpunkte mit: Was genau ist enthalten, für wen ist es gedacht, was kostet es ungefähr oder wovon hängt der Preis ab. Dazu die Rahmendaten, die Kunden vor einer Anfrage klären wollen: Einzugsgebiet (Leipzig Stadt, Umland, Sachsen), Reaktionszeit, Öffnungs- oder Terminzeiten, Zahlungsarten, Notdienst ja oder nein.
Ein Punkt wird fast immer vergessen und ist trotzdem der wertvollste: die zehn Fragen, die Ihnen Kunden am Telefon immer wieder stellen. Schreiben Sie sie eine Woche lang mit, genau so, wie sie gestellt werden. Aus dieser Liste entstehen später FAQ-Bereiche und ganze Abschnitte, die tatsächlich gesucht werden. Wie diese Bausteine auf der Seite angeordnet werden, habe ich im Ratgeber zum Aufbau der Startseite für lokale Unternehmen beschrieben.
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Paket 3: Logo, Fotos und Markenmaterial
Bildmaterial ist der Posten, der Projekte am zuverlässigsten aufhält. Nicht weil es fehlt, sondern weil es in der falschen Qualität ankommt.
Beim Logo brauche ich möglichst die Originaldatei aus der Erstellung: SVG, EPS oder AI. Existiert die nicht mehr, hilft ein PNG mit transparentem Hintergrund und mindestens 1.000 Pixel Breite. Ein aus dem Briefbogen ausgeschnittenes Logo mit weißem Kasten drumherum lässt sich auf farbigen Flächen nicht sauber einsetzen.
Bei Fotos gilt: mindestens 2.000 Pixel Breite und unkomprimiert übertragen. Bilder, die über WhatsApp geschickt wurden, sind auf rund 1.000 Pixel heruntergerechnet und für großflächige Hero-Bereiche meist zu klein. Nutzen Sie einen Cloud-Link, den E-Mail-Anhang in Originalgröße oder einen USB-Stick.
Rechnen Sie mit 6 bis 10 brauchbaren Bildern für einen One-Pager und 15 bis 25 für eine mehrseitige Website. Fehlendes Material ist kein Ausschlusskriterium: Für dekorative Flächen lassen sich lizenzierte Stockfotos einsetzen, für Team, Betrieb und Arbeitsergebnisse aber nicht. Die Abwägung habe ich im Ratgeber eigene Fotos oder Stockfotos ausführlich behandelt.

Paket 4: Domain, Hosting und Zugänge
Dieses Paket ist technisch, aber Sie müssen davon nichts verstehen. Sie müssen nur wissen, wo die Zugangsdaten liegen.
Klären Sie vor dem Projektstart drei Fragen. Erstens: Läuft eine Domain bereits auf Ihren Namen, und bei welchem Anbieter? Der Registrar steht auf der jährlichen Rechnung. Zweitens: Wer hat die Zugangsdaten? Bei Betrieben, deren letzte Website vor zehn Jahren von einem Bekannten gebaut wurde, ist das die häufigste offene Baustelle. Drittens: Wem gehört das Google-Unternehmensprofil? Ein Profil, das noch auf die private Adresse eines ehemaligen Mitarbeiters läuft, kostet im Zweifel mehrere Wochen Rückholverfahren bei Google.
Existiert noch gar keine Domain, ist das der einfachste Fall: Sie wird im Projekt registriert. Domain, Hosting und laufende Wartung starten bei mir ab 30 EUR pro Monat.
Paket 5: Ziel, Zielgruppe und Orientierung
Die letzte Information ist die, nach der am seltensten gefragt wird, und die den größten Unterschied macht: Was soll die Website konkret bewirken?
Formulieren Sie ein messbares Ziel statt eines Wunsches. Nicht „professioneller wirken“, sondern zum Beispiel fünf qualifizierte Anfragen pro Monat über das Kontaktformular, oder halb so viele Telefonanrufe zu Öffnungszeiten und Preisen. Ein Zahnlabor braucht eine andere Startseite als ein Notdienst-Elektriker, obwohl beide zunächst „mehr Kunden“ sagen würden.
Dazu gehören die Zielgruppe in einem Satz (wer ruft an, mit welchem Problem, in welchem Radius) und ein kurzer Blick auf den Wettbewerb: zwei bis drei Websites aus Ihrer Branche, die Ihnen gefallen, mit jeweils einem Satz warum. Das Warum ist wichtiger als der Link. Eine Antwort wie „man sieht sofort, was es kostet“ ist für die Konzeption brauchbar, „sieht modern aus“ ist es nicht. Welche Bausteine darauf aufbauen, steht im Überblick der Leistungen.
Texte selbst schreiben oder schreiben lassen?
Viele Betriebe blockieren ihr eigenes Projekt, weil sie glauben, sie müssten druckreife Seitentexte abliefern. Müssen Sie nicht. Es gibt zwei realistische Wege, und beide funktionieren, sobald die Fakten aus Paket 2 vorliegen.
| Kriterium | Sie schreiben selbst | Stichpunkte, ich formuliere |
|---|---|---|
| Ihr Zeitaufwand | 10 bis 20 Stunden | 3 bis 5 Stunden |
| Zusatzkosten | keine | keine (im Kernangebot enthalten) |
| Fachliche Tiefe | sehr hoch | hoch, über Rückfragen abgesichert |
| Suchbegriffe berücksichtigt | meist nicht | ja, über 30 lokale Suchbegriffe |
| Typisches Risiko | Projekt bleibt monatelang liegen | eine zusätzliche Korrekturrunde |
| Passt zu | Betrieben mit Redaktionserfahrung | den meisten kleinen Betrieben |
Meine Empfehlung nach mehreren Dutzend Projekten: Liefern Sie Stichpunkte und notfalls Sprachnachrichten, keine ausformulierten Texte. Eine gesprochene Erklärung, wie Sie einem Kunden Ihre Leistung am Telefon beschreiben, ist als Rohmaterial fast immer besser als ein mühsam getippter Absatz im Marketingdeutsch.
Typische Fehler bei der Vorbereitung
Content gilt in der Projektpraxis als häufigster Engpass in Website-Projekten, noch vor Design und Technik. Für mittelgroße Websites mit 30 bis 50 Seiten werden allein für Inhalte vier bis acht Wochen veranschlagt. Bei einer Website für einen lokalen Betrieb ist der Rahmen deutlich kleiner, das Muster aber identisch.
Diese fünf Fehler sehe ich am häufigsten, in dieser Reihenfolge:
- Alles auf einmal liefern wollen. Der Ordner wird nie fertig, das Projekt startet nie. Besser: Paket 1 und 2 zuerst, Bilder dürfen nachkommen.
- Auf den perfekten Text warten. Ein Stichpunkt heute ist mehr wert als ein perfekter Absatz in sechs Wochen.
- Zugänge zu spät suchen. Domain- und Profilzugriffe brauchen manchmal Wochen, gerade wenn ein früherer Dienstleister nicht mehr erreichbar ist.
- Preise verschweigen. Wer keinerlei Preisorientierung gibt, bekommt Anfragen von Interessenten mit völlig anderem Budget.
- Freigaben nicht klären. Wenn drei Personen mitreden dürfen, aber niemand entscheidet, verdoppelt sich die Projektdauer. Legen Sie eine verantwortliche Person fest.
Wie sich diese Punkte auf den Zeitplan auswirken, habe ich im Ratgeber dazu, wie lange eine neue Website dauert, mit konkreten Zeitfenstern aufgeschlüsselt.
Fazit: Sammeln Sie Fakten, nicht Formulierungen
Die Frage nach den nötigen Informationen für eine neue Website lässt sich auf einen Satz eindampfen: Ihr Webdesigner braucht alles, was er nicht selbst nachschlagen kann. Rechtsform und Registernummer, Preise und Abläufe, Fotos aus Ihrem Betrieb, die Zugänge zu Domain und Google-Profil, und das Ziel, an dem sich die Seite später messen lassen soll.
Alles andere, von der Struktur über das Design bis zu den fertigen Texten und den SEO-Grundlagen, gehört in mein Kernangebot. Ein One-Pager startet bei 790 EUR, eine mehrseitige Website bei 1.390 EUR, ein Relaunch bei 1.590 EUR. Wie die Zusammenarbeit vom Erstgespräch über das Festpreisangebot bis zur ersten Vorschau läuft, zeigt die Seite zum Ablauf.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Unterlagen ausreichen: Das lässt sich in 15 Minuten klären. Schicken Sie mir über das Kontaktformular zwei Sätze zu Ihrem Betrieb, und Sie bekommen eine ehrliche Rückmeldung dazu, was noch fehlt und was Sie sich sparen können.
Quellen
- § 5 DDG: Allgemeine Informationspflichten (gesetze-im-internet.de)
- Handlungsbedarf für Website-Betreiber aufgrund des neuen Digitale-Dienste-Gesetzes (HÄRTING Rechtsanwälte)
- Unternehmensinformationen im Google-Unternehmensprofil bearbeiten (Google-Hilfe)
- Website-Relaunch: Warum Content der häufigste Bottleneck ist (LOUIS INTERNET)
Photos provided by Pexels · Foto: RDNE Stock project / Pexels (Pexels License) · Foto: Mikhail Nilov / Pexels (Pexels License) · Foto: Kaboompics / Pexels (Pexels License)
Kurz beantwortet.
Welche Unterlagen muss ich vor dem ersten Termin bereithalten?
Muss ich die Texte für meine Website selbst schreiben?
Wie viele Fotos brauche ich für eine neue Website?
Was gehört zwingend ins Impressum?
Wie lange dauert die Vorbereitung auf meiner Seite?
Was ist, wenn ich noch keine Domain habe?
Mehr aus dem Ratgeber.

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