
Website für den Handwerksbetrieb: laufende Kosten statt Einmalprojekt
Ein Dachdeckerbetrieb lässt 2019 eine Website bauen, zahlt einmal und hakt das Thema ab. Sechs Jahre später steht auf dem Handy eines Kunden eine Sicherheitswarnung, die Notdienstnummer auf der Seite ist die alte, und niemand im Betrieb weiß, wo der Zugang zum Hosting liegt.
Das Projekt war abgeschlossen. Die Kosten waren es nie. Eine Website ist kein Werkstück, das man einmal abliefert, sondern eher wie ein Firmenfahrzeug: Der Kaufpreis ist der kleinere Teil, Steuer, Versicherung, Reifen und Inspektion laufen weiter, ob man sie plant oder nicht.
Dieser Ratgeber benennt die vier Posten, die nach dem Projekt weiterlaufen, zeigt eine Methode, mit der Sie Ihre tatsächlichen Jahreskosten aus den eigenen Rechnungen ermitteln, und klärt die Frage, die im Handwerk am häufigsten zu spät gestellt wird: Wem gehört eigentlich die Domain?

Die Kurzantwort: vier Posten laufen immer weiter
Unabhängig davon, wer die Website gebaut hat und was sie gekostet hat, entstehen danach vier Arten von Kosten. Drei davon stehen auf einer Rechnung, einer nicht.
- Domain. Die Adresse selbst, jährlich fällig. Der kleinste Posten und gleichzeitig der wichtigste, weil an ihr alles andere hängt.
- Hosting. Der Speicherplatz, auf dem die Seite liegt, monatlich oder jährlich.
- Technische Pflege. Updates, Backups, Zertifikat, Erreichbarkeit. Entweder als Vertrag oder als Ihre eigene Zeit.
- Inhalte. Öffnungszeiten, Notdienstzeiten, Leistungen, neue Referenzfotos. Dieser Posten steht nie auf einer Rechnung und wird deshalb fast immer vergessen.
Die Erfahrung aus Kundenprojekten: Betriebe unterschätzen nicht die Höhe dieser Posten, sondern ihre Regelmäßigkeit. Der Betrag pro Monat ist überschaubar. Die Frage, wer sich im November darum kümmert, wenn die Heizungssaison läuft, ist es nicht.
Die vier Posten im Einzelnen
Was passiert, wenn ein Posten liegen bleibt, und wie oft er tatsächlich Aufmerksamkeit braucht.
| Posten | Takt | Was passiert ohne |
|---|---|---|
| Domain | jährlich | Die Adresse fällt zurück und kann von jedem registriert werden. Der teuerste vermeidbare Fehler. |
| Hosting | monatlich oder jährlich | Die Seite ist offline. Bei Lastschrift oft erst bemerkt, wenn ein Kunde anruft. |
| SSL-Zertifikat | automatisch, sonst alle 90 Tage | Der Browser zeigt eine Sicherheitswarnung vor Ihrer Seite an. |
| Updates und Backups | monatlich | Sicherheitslücken bleiben offen, und im Schadensfall gibt es keinen Wiederherstellungspunkt. |
| Inhalte | anlassbezogen | Falsche Öffnungszeiten, alte Notdienstnummer, Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten. |
Beim Zertifikat lohnt ein genauer Blick, weil dort oft ein Missverständnis sitzt. Let's Encrypt stellt Zertifikate kostenlos aus, sie sind allerdings nur 90 Tage gültig, und der Anbieter empfiehlt eine automatische Erneuerung alle 60 Tage. Kostenlos heißt also nicht wartungsfrei: Wenn die Automatik beim Hoster nicht eingerichtet ist oder nach einem Umzug ausfällt, steht nach spätestens drei Monaten eine Warnung vor Ihrer Seite.
Wissen Sie, was Ihre Website im Jahr kostet?
Schicken Sie mir die Adresse Ihrer Website. Ich sehe nach, was technisch offen ist, wo die Domain liegt und welche Posten tatsächlich laufen. Danach wissen Sie, was Sie selbst behalten können und was sich abzugeben lohnt.
So rechnen Sie Ihre echten Jahreskosten aus
Statt einer erfundenen Preisspanne hier die Methode, mit der Sie Ihre eigene Zahl bekommen. Sie brauchen dafür etwa zwanzig Minuten und Zugriff auf die Buchhaltung.
- Suchen Sie im letzten Jahr nach Abbuchungen des Hosters. Meist monatlich, oft ein Betrag, der jahrelang unverändert läuft.
- Suchen Sie die Domainrechnung. Häufig beim selben Anbieter, manchmal bei einem anderen, gelegentlich auf einem privaten Konto eines Mitarbeiters oder Familienmitglieds.
- Zählen Sie Fremdrechnungen für Änderungen. Jede Rechnung eines Dienstleisters für Textänderungen, neue Fotos, eine Reparatur.
- Schätzen Sie Ihre eigenen Stunden. Wer im Betrieb hat sich um die Website gekümmert, und wie viele Stunden waren das im Jahr?
- Multiplizieren Sie diese Stunden mit Ihrem eigenen Stundensatz, nicht mit einem gefühlten Wert. Die Stunde, die der Chef vor dem Rechner sitzt, fehlt auf der Baustelle.
Eine Beispielrechnung zur Veranschaulichung, mit erfundenen Zahlen und nur als Rechenmuster gedacht: Hosting 12 mal 8 Euro, Domain 15 Euro, eine Fremdrechnung über 180 Euro für Änderungen, dazu sechs eigene Stunden bei einem kalkulierten Satz von 65 Euro. Ergebnis 681 Euro im Jahr, davon 390 Euro eigene Arbeitszeit. Die Rechnung kippt fast immer an derselben Stelle: Der Posten, der auf keiner Rechnung steht, ist der größte.
Wem gehört die Domain?
Im Handwerk ist die Domain besonders häufig an einer Stelle registriert, die mit dem Betrieb nichts zu tun hat: beim Neffen, der die Seite 2016 gebaut hat, bei einer Agentur, die es nicht mehr gibt, oder auf einem privaten Konto. Solange alles läuft, fällt das nicht auf.
Für .de-Domains regelt DENIC den Wechsel über ein Passwortverfahren namens AuthInfo. Der Ablauf zeigt, warum die Frage vorher geklärt gehört: Der Domaininhaber beauftragt seinen aktuellen Provider, eine AuthInfo zu erstellen. Er gibt sie an den neuen Provider weiter, der damit den Wechselantrag stellt. Stimmt die AuthInfo, zieht die Domain sofort um. Der Code verfällt nach 30 Tagen automatisch und muss dann neu angefordert werden.
Das Verfahren ist einfach, aber es setzt an einem Punkt an, der sich nicht umgehen lässt: Es startet beim eingetragenen Inhaber. Steht dort nicht Ihr Betrieb, brauchen Sie die Mitwirkung der Person, die dort steht. Das ist der Grund, warum Betriebe manchmal jahrelang bei einem Anbieter bleiben, mit dem sie unzufrieden sind.
Prüfen Sie deshalb einmal, wer als Inhaber eingetragen ist, bevor Sie über Kosten oder einen Wechsel nachdenken. Diese eine Auskunft entscheidet, ob Sie überhaupt handlungsfähig sind.

Was auf einer Handwerker-Website tatsächlich gepflegt werden muss
Die technische Pflege ist die eine Hälfte. Die andere ist inhaltlich, und sie ist im Handwerk konkreter als in vielen anderen Branchen, weil Ihre Kunden sehr spezifische Dinge nachsehen.
- Notdienst- und Erreichbarkeitszeiten. Der häufigste Anlass für einen Anruf um 19 Uhr ist die Frage, ob jemand noch rangeht. Eine veraltete Angabe kostet hier direkt Aufträge.
- Betriebsurlaub und Notvertretung. Zweimal im Jahr, jeweils zehn Minuten.
- Leistungen, die Sie nicht mehr anbieten. Wer seit zwei Jahren keine Ölheizungen mehr wartet, bekommt trotzdem Anfragen dazu und verbringt Telefonzeit mit Absagen.
- Referenzfotos. Zwei bis drei gute Bilder pro Jahr reichen. Eigene Baustellenfotos wirken bei Handwerksbetrieben belegbar nachvollziehbarer als jedes Stockfoto.
- Ansprechpartner. Wenn der Meister nicht mehr im Betrieb ist, steht sein Name oft noch Jahre später auf der Seite.
Zusammen sind das ein bis zwei Stunden im Jahr, verteilt auf fünf bis sechs Anlässe. Das klingt nach nichts. In der Praxis passiert es trotzdem nicht, weil kein Anlass einen Termin hat. Wie Sie die technische Seite davon trennen und nur den Teil abgeben, der Routine braucht, steht im Beitrag zu Wartung selbst machen oder betreuen lassen.
Wann sich ein monatliches Modell rechnet, und wann nicht
Ein Abo verschiebt die Kostenstruktur: kein großer Einmalbetrag, dafür ein fester monatlicher Posten, in dem Website, Hosting, Wartung, Backups, Updates und laufende Betreuung zusammen enthalten sind. Beim Website-Abo liegt das Basis-Paket bei 99 EUR pro Monat, die umfangreichere Stufe mit laufender SEO- und Content-Arbeit bei 199 EUR pro Monat. Ohne Setup-Gebühr, monatlich kündbar, ohne Mindestlaufzeit. Leistungen rund um das Google-Unternehmensprofil gehören ausdrücklich nicht dazu und werden getrennt vereinbart.
Ehrlich bleibt aber auch die Gegenrichtung. Ein monatliches Modell lohnt sich nicht, wenn im Betrieb bereits jemand die Website zuverlässig pflegt, wenn die Seite technisch sehr einfach ist und auf einer verwalteten Plattform liegt, oder wenn Sie ohnehin planen, in absehbarer Zeit komplett neu zu bauen.
Es lohnt sich dagegen, wenn Sie die vier Posten oben gerade zum ersten Mal zusammengerechnet haben und beim eigenen Stundenanteil hängengeblieben sind. Genau das ist der Punkt, an dem die meisten Handwerksbetriebe landen. Eine Gegenüberstellung der Modelle steht auf der Seite Preise.
Wenn Sie in Leipzig und Umland sitzen und lieber gleich über eine konkrete Umsetzung sprechen möchten, ist die Branchenseite Website für Handwerker in Leipzig der direktere Weg. Dieser Ratgeber beantwortet die Kostenfrage; die Seite dort beantwortet die Angebotsfrage.
Die drei Fehler, die im Handwerk am meisten kosten
Aus Betriebsbesichtigungen und Übernahmen bestehender Websites wiederholen sich drei Muster.
Erstens: die Website als abgeschlossenes Projekt behandeln. Wer nach dem Launch keinen Termin und keine Zuständigkeit vergibt, hat in drei Jahren eine Seite, die technisch veraltet ist und inhaltlich nicht mehr stimmt. Der Relaunch kostet dann mehr als die Pflege gekostet hätte.
Zweitens: Zugänge nicht dokumentieren. Hosting, Domain, CMS, Mailkonten. Vier Zugänge, oft an vier Stellen, und im Zweifel weiß nur eine Person davon. Eine Seite im Ordner mit Anbieter, Benutzername und zuständiger Mailadresse löst das dauerhaft; Passwörter gehören dort ausdrücklich nicht hinein, sondern in einen Passwortspeicher.
Drittens: beim Vergleich nur den Einmalpreis ansehen. Zwei Angebote mit demselben Endbetrag können sich über fünf Jahre um ein Vielfaches unterscheiden, je nachdem, was danach enthalten ist und was einzeln berechnet wird. Fragen Sie bei jedem Angebot nach, was im zweiten Jahr anfällt. Die Antwort auf diese eine Frage sortiert Angebote schneller als jede Leistungsliste.
Eine ausführliche Entscheidungshilfe zur Erstellung selbst, also zur Frage Baukasten oder Webdesigner, steht im Beitrag Website für den Handwerksbetrieb erstellen lassen.
Fazit: Die Frage ist nicht, was es kostet, sondern wer es macht
Die laufenden Kosten einer Handwerker-Website sind selten das Problem. Domain und Hosting bewegen sich für einen normalen Betrieb in einer Größenordnung, die neben Fahrzeug, Werkzeug und Versicherung kaum ins Gewicht fällt. Was ins Gewicht fällt, ist die Zeit und die Frage, in wessen Kalender sie steht.
Rechnen Sie Ihre eigenen vier Posten einmal zusammen, wie oben beschrieben. Prüfen Sie im selben Zug, wer als Domaininhaber eingetragen ist. Diese beiden Auskünfte sagen Ihnen mehr über Ihre Lage als jedes Angebot.
Wenn Sie danach wissen wollen, was davon sinnvoll abzugeben ist, schicken Sie mir über das Kontaktformular die Adresse Ihrer Website. Ich sehe nach, was technisch offen ist und wo die Domain liegt, und sage Ihnen, welche Posten Sie problemlos selbst behalten können.
Quellen
Photos provided by Pexels · Foto: Ono Kosuki / Pexels (Pexels License) · Foto: Mikhail Nilov / Pexels (Pexels License) · Foto: Thirdman / Pexels (Pexels License)
Kurz beantwortet.
Welche laufenden Kosten hat eine Handwerker-Website?
Wie ermittle ich meine tatsächlichen Handwerk Website laufende Kosten?
Kostet ein SSL-Zertifikat Geld?
Was passiert, wenn die Domain ausläuft?
Wie finde ich heraus, wem meine Domain gehört?
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Wissen Sie, was Ihre Website im Jahr kostet?
Schicken Sie mir die Adresse Ihrer Website. Ich sehe nach, was technisch offen ist, wo die Domain liegt und welche Posten tatsächlich laufen. Danach wissen Sie, was Sie selbst behalten können und was sich abzugeben lohnt.